Ernährung
Die Ernährung bildet die Grundlage für das Überleben aller Lebewesen. Für den Menschen beeinflusst sie maßgeblich sein körperliches, geistiges, psychisches und soziales Wohlbefinden. Ein achtsamer Umgang mit Essen und Trinken ist ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Kultur sowie aller Religionen.
Gezielt Abnehmen
Gezieltes Abnehmen an bestimmten Körperstellen ist nicht möglich. Bei Diäten oder Hungern verliert der Körper Wasser, Muskeln und Fett – allerdings immer am ganzen Körper und nicht nur an einzelnen Stellen. Ähnlich wie beim Abschöpfen von Wasser aus einem Becken sinkt der Gesamtniveau, aber es entsteht kein „Loch“. Auch intensives Training führt nicht zu lokalem Fettabbau. Frauen bemerken bei strengen Diäten oft zuerst Gewichtsverlust im Gesicht und an der Brust, weniger an Po und Oberschenkeln – abhängig von der individuellen Fettverteilung.
Gewebestraffung
Gewebestraffung erreicht man durch gezieltes Muskeltraining. Die Muskulatur wird dadurch fester und straffer, jedoch betrifft dieser Effekt nur das Muskelgewebe, nicht das Fettgewebe. Voraussetzung sind ausreichende Trainingsintensität und Regelmäßigkeit. Wird das Training beendet, geht die Straffung mit der Zeit wieder verloren.
Ruhe-Energieverbrauch
Regelmäßiges Training fördert die Durchblutung und Kapillarisierung der Muskeln, was die Versorgung mit Sauerstoff und den Abtransport von Stoffwechselprodukten verbessert. Diese Effekte halten bis zu 20 Stunden nach dem Training an. Mehr Muskelmasse erhöht zudem den Energieverbrauch in Ruhe.
Energiedepot
Bei regelmäßigem Training lagert sich mehr Glykogen (Energiereserve) in den beanspruchten Muskeln ein, was auch Wasser bindet und die Muskeln verdickt. Der Muskel wird dadurch straffer und nimmt an Umfang zu – für manche Frauen ein ästhetisches Problem. Nach Trainingspause schrumpfen die Glykogendepots wieder.
Genetisches Erbe
Die Figur ist überwiegend genetisch festgelegt. Knochenbau und Hormone bestimmen die Grundform, die durch Ernährung und Bewegung nur begrenzt beeinflusst werden kann. Ein breites Becken kann man weder „wegtrainieren“ noch „weg hungern“. Veränderungen sind nur in gewissen Rahmen durch Energiebilanz und Umweltfaktoren möglich.
Hormonelle Vorgaben
Die Verteilung des Depotfetts ist hormonell gesteuert: Bei Frauen vor allem an Hüften, Po, Oberschenkeln, Rücken und Oberarmen; bei Männern vor allem am Bauch und teils an der Brust.
Reihenfolge des Zu- und Abnehmens
Fettdepots werden in umgekehrter Reihenfolge abgebaut: Die zuletzt angelegten Fettreserven verschwinden zuerst, die älteren am langsamsten. Bei Frauen werden Hüften, Po und Oberschenkel meist zuletzt schlank. Der Körperfettanteil sollte möglichst niedrig gehalten werden – Richtwerte für gesunde Schlankheit: Männer 10–15 %, Frauen 15–22 %.
Normalgewicht – Normalfett
„Normalgewicht“ und „Idealgewicht“ sind individuell und genetisch vorgegeben („Set-Point“). Das Körpergewicht pendelt sich bei ausgewogener Ernährung und Bewegung auf einem persönlichen Niveau ein und kann durch Lebensstil beeinflusst werden. Eine Körperfettmessung gibt genaueren Aufschluss über die Körperzusammensetzung.
Grundumsatz auf Sparflamme
Bei Diäten mit starker Kalorienreduktion senkt der Körper nach kurzer Zeit den Grundumsatz und spart Energie, die Körpertemperatur sinkt, man fühlt sich müde und antriebslos. Der Körper schützt sich so vor „Hungersnot“.
Der Jo-Jo-Effekt
Nach einer Diät legt der Körper verstärkt Fettreserven an und nutzt die Nahrung besser aus. Da der Grundumsatz noch niedrig ist, nimmt man schnell wieder zu – oft sogar mehr als zuvor. Deshalb sollte Gewichtsabnahme langsam und stetig erfolgen: 1,5–2 kg pro Monat sind optimal.
Überkompensation
Bei schnellen Diäten verliert der Körper neben Fett auch Wasser, Glykogen und Muskelmasse. Nach der Diät wird das verlorene Fett oft überkompensiert, während die Muskelmasse durch Fett ersetzt wird – das Volumen steigt, obwohl das Gewicht ähnlich bleibt. Die Körperzusammensetzung verschlechtert sich.Fazit: Langsames Abnehmen durch Ernährungsumstellung und Training ist am nachhaltigsten, um das Gewicht und die Körperzusammensetzung langfristig zu halten.
Allgemeine Tipps für eine optimale Ernährung
- Weniger Fett
- Mehr Ballaststoffe und Kohlenhydrate
- Weniger Salz und Alkohol
- Weniger tierische Produkte, mehr pflanzliche
- Abwechslungsreich essen
- Zeit nehmen für Mahlzeiten
- 5–6 kleine Mahlzeiten täglich
- Tägliche Vitamin- und Mineralstoffzufuhr sicherstellen
- Ausreichend trinken (mind. 2,5 Liter/Tag
Aminosäuren
Aminosäuren sind Bausteine der Proteine. Sie verbinden sich zu Peptidketten, aus denen Eiweiße entstehen. Diese sind wichtig für den Muskelaufbau.
Arbeitsumsatz (AU)
Energiemenge, die bei körperlicher Arbeit täglich verbraucht wird.
Ballaststoffe
Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenbestandteile, größtenteils Zellulose. Sie fördern die Verdauung und sorgen für eine gute Konsistenz des Speisebreis.
Eiweiße = Proteine
Proteine sind lebenswichtige Körperbausteine und bestehen aus bis zu 20 Aminosäuren. Sie liefern 4,3 kcal pro Gramm und sind neben Wasser Hauptbestandteil des Körpers. Die empfohlene Zufuhr liegt bei ca. 1 g/kg Körpergewicht, für Sportler bis zu 3 g/kg.
Energie
Alle Körperfunktionen benötigen Energie, gemessen in Kalorien oder Joule. 1 kcal entspricht 4186 Joule. Angaben auf Lebensmitteln erfolgen meist in kcal (Kilokalorien).
Ernährung
Gesamtheit der Lebensmittel, die zur Erhaltung der Lebensfunktionen aufgenommen werden.
Fette
Fette sind wichtige Energielieferanten (9,3 kcal/g) und erfüllen Funktionen beim Zellaufbau, der Wärmeisolierung und im Nervensystem. Sie dienen zudem als Geschmacksträger und helfen bei der Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Empfohlen: ca. 1 g Fett/kg Körpergewicht pro Tag, bevorzugt pflanzliche Fette.
Genussmittel
Enthalten kaum Kalorien und tragen nicht zur Körpererhaltung bei, z.B. Kaffee, Tabak.
Gesamtumsatz
Summe aus Grundumsatz, Arbeitsumsatz und Leistungsumsatz. Er entspricht dem täglichen Gesamtenergiebedarf.
Grundumsatz (GU)
Energiebedarf zur Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Körperfunktionen (Herzschlag, Atmung, Verdauung). Formel: Körpergewicht (kg) x 24 (Stunden).
Hypertonie, Hypotonie, Isotonie
Begriffe zur Beschreibung des Gehalts an gelösten Stoffen in Flüssigkeiten. Isoton: gleiche Konzentration wie Blut; hypoton: weniger; hyperton: mehr. Für Sportler bei Flüssigkeitsaufnahme relevant.
Joule (J), Kalorie (cal), Kilokalorie (kcal)
Joule (J): Internationale Maßeinheit für Energie.
Kalorie (cal): Maßeinheit für Energie. 1 cal erhitzt 1 g Wasser um 1°C.
Kilokalorie (kcal): 1000 Kalorien; übliche Angabe für den Energiebedarf.
Kohlenhydrate
Wichtigste Energiequelle des Körpers, liefern etwa zwei Drittel des täglichen Energiebedarfs. Besonders für Ausdauersportler bedeutsam. Empfohlen: über 60 % der Energiezufuhr aus Kohlenhydraten.
Leistungsumsatz (LU)
Energiebedarf für sportliche und körperliche Aktivitäten.
Nahrungsmittel
Alle pflanzlichen und tierischen Produkte, die dem Körper Aufbau, Erhaltung und Energie liefern.
Nährstoffe
Bestandteile der Nahrung, die im Stoffwechsel für Aufbau, Erhaltung und Energiegewinnung genutzt werden. Grundnährstoffe: Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße; akzessorische Nährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Wasser (auch Vitalstoffe genannt).
Spurenelemente und Mineralstoffe
Lebenswichtige Stoffe für viele Körperfunktionen, vor allem für Muskeln. Wichtige Elemente: Magnesium, Calcium, Natrium, Kalium, Eisen, Zink, Chrom, Selen. Verluste durch Schwitzen müssen ausgeglichen werden.
Stoffwechsel
Fortlaufende Aufnahme, Verarbeitung und Ausscheidung von Stoffen im Körper.
Vitamine
Vitamine steuern Stoffwechselprozesse und sind für Energiegewinnung und Proteinaufbau unerlässlich. Sie müssen regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden, vor allem durch Obst und Gemüse.
Wasser
Hauptbestandteil des Körpers (50-60 %). Wasser ist wichtig für Stoffwechsel, Temperaturregulation und als Lösungs- und Transportmittel. Bereits geringe Verluste beeinträchtigen die Körperfunktionen. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist lebenswichtig.
Systematische Einteilung der Kohlenhydrate
Kohlenhydrat-Art: Einfachzucker
Bezeichnung: (Monosaccharide), 1 Glucosemolekül
Beispiele/Vorkommen: Glucose (Traubenzucker), Fructose (Fruchtzucker) – z.B. in Honig, Süßwaren, Früchten
Kohlenhydrat-Art: Zweifachzucker
Bezeichnung: (Disaccharide), 2 Glucosemoleküle
Beispiele/Vorkommen: Saccharose (Rohrzucker, Haushaltszucker), Maltose (Malzzucker), Lactose (Milchzucker) – z.B. in Haushaltszucker, Malzbier, Milch
Kohlenhydrat-Art: Mehrfachzucker
Bezeichnung: (Oligosaccharide), 3-10 Glucosemoleküle
Beispiele/Vorkommen: Maltotriose, Dextrine – z.B. in Energiedrinks, Kohlenhydratkonzentraten
Kohlenhydrat-Art: Vielfachzucker
Bezeichnung: Polysaccharide (>10 Moleküle)
Beispiele/Vorkommen: Stärke, Zellulose, Glykogen, Pektin – z.B. in Kartoffeln, Brot, Getreide, Obst
Empfehlungen zur Kohlenhydrataufnahme
Für eine ausgeglichene Blutzuckerkurve ist es ratsam, sowohl kurz- als auch langkettige Kohlenhydrate zuzuführen. Dadurch werden starke Schwankungen des Insulinspiegels und damit des Blutzuckers vermieden.
Kohlenhydratspeicher im Körper
Speicherort: Muskulatur
Menge: ca. 300 g
Speicherort: Leber
Menge: ca. 100 g
Speicherort: Blut
Menge: ca. 5 g
Speicherort: Gesamt
Menge: ca. 450 g
1 g Kohlenhydrat liefert etwa 17,2 kJ (4,1 kcal). Die Gesamtspeichermenge entspricht rund 7.740 kJ (1.935 kcal). Durch eine kohlenhydratreiche Ernährung kann die Speicherfähigkeit auf bis zu 1.000 g erhöht werden – dies hängt jedoch von individueller Konstitution und Leistungsniveau ab.
Besonderheiten im Energiehaushalt
Das Gehirn und die Nervenzellen sind auf Glucose als Energiequelle angewiesen. Aus diesem Grund versucht der Körper, die Kohlenhydratreserven zu schonen und greift bei längerer Belastung zunehmend auf die Fettreserven zurück.
Empfohlener Anteil an der Gesamtenergiezufuhr
Der Anteil der Kohlenhydrate an der täglichen Gesamtenergiemenge sollte zwischen 55 und 60 % liegen.
Fette übernehmen im Körper wichtige Aufgaben:
- Energiespeicher: 1 g Fett liefert 38,9 kJ (9,3 kcal).
- Schutz und Isolation: Sie polstern Organe und wirken als Wärmedämmung.
- Körperformung: Fette bestimmen mit die äußere Gestalt.
Da unsere Ernährung oft zu fettreich ist, stellt ein hoher Körperfettanteil für viele – meist aus kosmetischen Gründen – ein Problem dar.
Aufbau der Fette
Fette (Triglyceride) bestehen aus einem Glycerinmolekül und drei Fettsäuren. Die Fettsäuren unterscheiden sich in ihrer Struktur und werden eingeteilt in:
- Gesättigte Fettsäuren: Keine Doppelbindungen; gelten als ungünstig für die Gefäße.
- Einfach ungesättigte Fettsäuren: Eine Doppelbindung.
- Mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Mehrere Doppelbindungen; sind essentiell, also lebensnotwendig und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Sie sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen.
Wichtige Eigenschaften von Vitaminen
- Essentiell: Sie sind lebensnotwendig, liefern aber keine Energie.
- Mangelerscheinungen: Schon ein Mangel an einem einzelnen Vitamin kann den Stoffwechsel und die Gesundheit beeinträchtigen (z. B. Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Appetitlosigkeit). Schwerer Mangel führt zu Krankheiten wie Skorbut (Vitamin-C-Mangel) oder Rachitis (Vitamin-D-Mangel).
- Regelmäßige Zufuhr: Besonders wasserlösliche Vitamine müssen regelmäßig aufgenommen werden, da sie nicht gespeichert werden.
Vitamin-Gruppen
Fettlösliche Vitamine
A (Retinol), D (Calciferol), E (Tocopherol), K (Phyllochinon)
Speicherung: Werden in der Leber gespeichert.
Überdosierung: Kann zu gesundheitlichen Problemen führen (Hypervitaminose).
Wasserlösliche Vitamine
B1 (Thiamin), B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin), B12 (Cobalamin), C (Ascorbinsäure), Niacin, Pantothensäure, Biotin, Folsäure
Eigenschaften: Werden nicht gespeichert, sind licht- und hitzeempfindlich und müssen regelmäßig zugeführt werden.
Besondere Hinweise
- Vitamin C: Tagesbedarf ca. 75 mg. Besonders wichtig nach körperlicher Belastung und für Raucher, da ihr Bedarf deutlich erhöht ist.
- Alkohol: Regelmäßiger Alkoholkonsum beeinträchtigt die Aufnahme und Verwertung von Vitaminen, besonders B1, B6, C und Folsäure.
- Vitamin D: Kann durch Sonnenbestrahlung in der Haut gebildet werden (Ausgangsstoff ist Cholesterin).
Gut zu wissen
- Die Leber dient als Speicher für fettlösliche und einige wasserlösliche Vitamine.
- Ein ausgewogener Speiseplan versorgt den Körper mit allen notwendigen Vitaminen.
- Vitaminpräparate sind bei gesunder Ernährung nicht erforderlich!
Fazit
Vitamine sind für unsere Gesundheit unverzichtbar. Eine abwechslungsreiche Ernährung stellt die ausreichende Versorgung sicher – Supplemente sind in der Regel überflüssig!
Hormone & Enzyme
Ohne Hormone und Enzyme läuft im Stoffwechsel nichts! Hormone, die meist in Drüsen oder spezialisierten Zellen gebildet werden, steuern als fein abgestimmtes System zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Enzyme, ebenfalls unverzichtbar, sind spezielle Proteine – rund 2000 verschiedene sind bekannt. Sie können ihre Wirkung meist nur gemeinsam mit Co-Enzymen (z. B. Vitaminen) oder Co-Faktoren (oft Mineralstoffen) entfalten.
Verdauungsenzyme werden nur bei Nahrungsaufnahme gebildet und in den Zellen erst dann aktiv, wenn sie tatsächlich für den Ab- oder Aufbau von Stoffen benötigt werden. Ein Enzym kann pro Minute bis zu 5000 Moleküle spalten. Die Geschwindigkeit dieser Prozesse wird durch Hormone gesteuert. Daher hat beispielsweise das Schilddrüsenhormon Thyroxin einen großen Einfluss auf den Grundumsatz.
Nahrungsaufnahme und Verdauung
Die Verdauung ist ein zentraler Teil des Stoffwechsels. Sie zerlegt die Nahrung in kleinste Bestandteile, die über den Darm aufgenommen werden.
Mund
Im Mund wird die Nahrung mechanisch zerkleinert und durch Speichel gelöst. Die Geschmacksrezeptoren prüfen die Nahrung. Die Stärkeverdauung beginnt bereits hier. Die Gaumenmandeln schützen vor schädlichen Stoffen. Täglich werden etwa 1-2 Liter Speichel produziert.
Rachen
Die Nahrung gelangt vom Mund in die Speiseröhre, während die Luftwege verschlossen werden.
Speiseröhre
Transport der Nahrung vom Rachen in den Magen.
Magen
Der Magen speichert die Nahrung und gibt sie portionsweise an den Darm weiter. Hier beginnt die Proteinverdauung.
Zwölffingerdarm
Hier wird die Nahrung mit Sekreten der Bauchspeicheldrüse und Galle vermischt und weiter verdaut.
Dünndarm
Im Dünndarm findet die weitere Verdauung und der Abbau von Milchzucker und Eiweißen statt. Hauptort der Aufnahme (Resorption) von Nährstoffen durch Mykrozotten, die die Bestandteile ins Blut leiten.
Dickdarm
Im Dickdarm leben zahlreiche Bakterien, die Ballaststoffe zersetzen. Hier wird der Darminhalt eingedickt und als Zwischenlager bis zur Ausscheidung aufbewahrt. Die Darmflora ist für die Zersetzung der Speisereste verantwortlich.
Leber
Die Leber reguliert den Auf- und Abbau von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Sie wandelt Glucose in Glykogen um, reguliert den Aminosäurengehalt und stellt Gallensäuren für die Fettverdauung bereit. Außerdem aktiviert sie Vitamine und Co-Enzyme und ist für die Entgiftung des Körpers unersetzlich.
1. Fettverdauung
Mund:
- Beginn der Fettverdauung durch die Zungengrundlipase.
Magen:
- Optimale Aktivität der Zungengrundlipase und Magenesterase, erste Spaltung der Fette.
- Motorische Emulgation der Fette im distalen Magen.
Duodenum:
- Pankreaslipasen spalten Fette in Monoglyceride, Diglyceride, Glycerin und freie Fettsäuren.
- Monoglyceride bilden mit Gallensalzen Micellen, die Cholesterin, fettlösliche Vitamine und Lipide resorbierbar machen.
- Gallensalze werden im enterohepatischen Kreislauf recycelt.
- Resorption der Micellenbestandteile zu 80 % im oberen Dünndarm.
- Kurzkettige Fettsäuren und MCT-Fette werden direkt und schnell aufgenommen.
Mukosazellen des Dünndarms:
- Reveresterung der Fette und Bildung von Chylomikronen (mit Apoprotein B48) für den Transport über die Lymphe.
- In der Leber entstehen VLDL (mit Apoprotein B100).
- Chylomikronen werden zu peripheren Geweben transportiert, Triglyceride dienen als Energiequelle oder werden als Depotfett gespeichert.
2. Kohlenhydratverdauung
Mund:
- Alpha-Amylase beginnt mit der Spaltung von Stärkemolekülen.
Duodenum:
- Pankreas-alpha-Amylase spaltet Oligosaccharide weiter.
- Disaccharidasen im Bürstensaum zerlegen Lactose, Saccharose und Maltose zu Monosacchariden.
- Glucose wird aktiv mit Na+ aufgenommen, Fructose durch erleichterte Diffusion, Zuckeralkohole durch passive Diffusion.
Leber:
- Glucose gelangt insulinunabhängig in die Leberzellen und wird durch Glucokinase phosphoryliert (Trapping).
- Glykolyse zur Energiegewinnung oder Glykogensynthese zur Speicherung.
- In peripheren Geweben unterstützt Insulin die Glucoseaufnahme durch Aktivierung von Transportproteinen.
3. Proteinverdauung
Magen:
- Denaturierung der Proteine durch Salzsäure.
- Pepsin spaltet bevorzugt aromatische Aminosäuren.
Pankreas:
- Endopeptidasen (z.B. Trypsin, Chymotrypsin, Elastase) spalten Proteine intramolekular.
- Exopeptidasen (z.B. Carboxypeptidase) greifen die Enden der Peptidketten an.
Duodenum:
- Aktivierung von Trypsinogen zu Trypsin durch Enterokinase, weitere Aktivierung von Chymotrypsinogen.
- Aminopeptidasen und Dipeptidasen zerlegen Peptide in Aminosäuren.
- Resorption von Aminosäuren und Peptiden über verschiedene Transportsysteme, teils aktiv mit Na+, teils gegen Konzentrationsgefälle.
Leber:
- Umbau der aufgenommenen Aminosäuren.
- Prozentuale Verteilung:
60 % werden direkt verstoffwechselt (Harnstoffbildung)
23 % werden frei ausgeschieden
7 % dienen dem Aufbau von Plasmaproteinen
14 % werden für Leberproteine und Enzyme verwendet
Fazit
Die Verdauung der Grundnährstoffe ist ein hochkomplexer, perfekt abgestimmter Prozess, der die Grundlage für Gesundheit, Energie und Wohlbefinden bildet.
Was sind freie Radikale?
Freie Radikale sind Atome oder Moleküle mit ungepaarten Elektronen. Besonders Sauerstoffradikale entstehen sowohl im normalen Stoffwechsel als auch durch äußere Einflüsse wie Umweltverschmutzung oder UV-Strahlung. Zu den wichtigsten Sauerstoffradikalen gehören Superoxidanion, Hydroxylradikal und Wasserstoffperoxid.
Warum sind freie Radikale schädlich?
Freie Radikale sind sehr reaktionsfreudig und können Zellbestandteile wie Fette, Proteine und DNA schädigen. Besonders gefährlich ist die Oxidation von LDL-Cholesterin, die zur Bildung von sogenannten Schaumzellen und letztlich zu arteriosklerotischen Plaques führen kann.
Oxidativer Stress
Normalerweise herrscht im Körper ein Gleichgewicht zwischen oxidativen und antioxidativen Prozessen. Gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance, spricht man von „oxidativem Stress“. Ursachen sind unter anderem Rauchen, Alkohol, Umweltgifte, Strahlung oder eine einseitige, fettreiche Ernährung.
Wie schützt sich der Körper?
Der Körper verfügt über verschiedene Schutzmechanismen gegen freie Radikale:
- Nicht-enzymatische Antioxidantien: Vitamin E, Vitamin C, Beta-Carotin und sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Polyphenole. Sie unterbrechen schädliche Kettenreaktionen und schützen Zellstrukturen.
- Enzymatische Antioxidantien: Glutathionperoxidase, Superoxiddismutase und weitere Enzyme bauen Radikale gezielt ab. Glutathionperoxidase benötigt Selen als wichtigen Bestandteil.
Ernährungstipps gegen oxidativen Stress
Eine ausgewogene Ernährung bietet ausreichend Schutz vor freien Radikalen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt:
- Täglich etwa 200–250 g Gemüse und 75 g Rohkost, bevorzugt dunkelgrüne und orangefarbene Sorten.
- Etwa 200–250 g Obst pro Tag, möglichst saisonal und reif geerntet.
- Öle mit hohem Vitamin-E-Gehalt wie Sonnenblumen-, Weizenkeim- und Olivenöl verwenden und nicht zu lange lagern.
- Auf eine abwechslungsreiche, vitaminreiche Ernährung achten.
Spezielle Nahrungsergänzungsmittel sind für gesunde Erwachsene in der Regel nicht notwendig, solange die Ernährung ausgewogen ist.
Eisenmangel erkennen
Eisenmangel bleibt oft lange unbemerkt.
Typische Symptome sind:
- Müdigkeit, Konzentrationsschwäche (besonders bei Kindern)
- Blässe, spröde Haut, brüchige Haare und Nägel
- Nervosität, Reizbarkeit, Wetterfühligkeit
- Antriebslosigkeit, Depressionen, Vergesslichkeit (vor allem im Alter)
Frauen, Kinder und ältere Menschen sind besonders häufig betroffen. Bei Kindern können Wachstumsschübe und sportliche Aktivitäten den Eisenbedarf erhöhen. Im Alter wird Eisen oft schlechter aufgenommen.
Eisen in der Ernährung
Viele moderne Lebensmittel liefern wenig Eisen.
Besonders viel Eisen enthalten:
- Tierische Produkte: Leber, Niere
- Pflanzliche Quellen: Soja, Sesam, Hirse, Hefe, Dinkel
Tierisches Eisen kann vom Körper besser verwertet werden als pflanzliches. Die Aufnahme lässt sich durch Vitamin C (z. B. Obst, Joghurt) deutlich verbessern.
Wichtige Hinweise zur Eisenaufnahme
- Kupfer ist für die Eisenverwertung unverzichtbar.
- Ein Ausgleich von Eisenmangel sollte immer nach ärztlicher Kontrolle des Blutbildes erfolgen.
Wer braucht besonders viel Eisen?
Jugendliche im Wachstum, Blutspender, Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere, Stillende, Ausdauersportler und Schwerarbeiter haben einen erhöhten Eisenbedarf.
Fazit
Eisen ist für Ihre Gesundheit unverzichtbar. Lassen Sie bei Verdacht auf Eisenmangel Ihr Blut untersuchen und achten Sie auf eine ausgewogene, eisenreiche Ernährung – idealerweise in Kombination mit Vitamin C und Kupfer.
Natürliche Hormone
Steroidhormone wie Östrogen, Progesteron und Testosteron sind ganz natürlich im Körper von Mensch und Tier vorhanden – und damit auch in Fleisch. Auch unbehandeltes Fleisch enthält Hormone, besonders von trächtigen Tieren.
Synthetische Hormone
Die Verwendung von künstlichen Hormonen (Anabolika) bei Tieren ist kritisch zu sehen und medizinisch abzulehnen.
Rückstände im Fleisch
Bei ordnungsgemäß behandeltem Fleisch sind die Hormonwerte so gering, dass sie im normalen Bereich liegen und keine Gesundheitsgefahr darstellen.
Vergleich mit anderen Lebensmitteln
Milch und Eier enthalten deutlich mehr natürliche Hormone als Fleisch. Zum Beispiel ist in einem Ei so viel Östrogen wie in sechs Kilo Fleisch.
Fazit
Die Angst vor “Hormonfleisch” ist unbegründet. Im Vergleich zu anderen Lebensmitteln und Umweltfaktoren sind die Hormonmengen im Fleisch gering und gesundheitlich unbedenklich. Seriöse Informationen helfen, Mythen und Unsicherheiten abzubauen.